ForAge Forum: Ältere Menschen und Konflikte

  • Ältere Menschen und Konflikte

    21.5.2014 20:35
    Derzeit konzentriert sich die aktuelle wirtschaftliche Situation in Europa hauptsächlich auf jüngere Menschen und deren Beitrag zur nationalen Wirtschaft. So werden die Bedürfnisse der älteren Menschen oft übersehen. Doch es kostet nicht viel Geld, um sich der Bedürfnisse der älteren Menschen anzunehmen. Die Erfahrungen aus dem europäischen Grundtvig Programm zeigen, das kleine Investitionen in Projekte für Lebensbegleitendes Lernen im Alter große Vorteile für die Gesellschaft, für lokale Gemeinschaften, Familien und jede/n Einzelne/n bringen. Die Bandbreite der Aktivitäten zeigt die große Vielfalt von Möglichkeiten für ältere Menschen. Aber die Förderungen waren immer nur temporär und erlaubten oft keine Nachhaltigkeit, auf die später aufgebaut werden konnte und über die auch andere erreicht werden konnten. Bezogen auf die gesamte Anzahl der älteren Menschen in Europa (2010 waren 21,1 % der europäischen Bevölkerung über 65 Jahre alt, was 60.000.000 Menschen entspricht), waren laut Eurostat weniger als 4% der Menschen über 65 Jahre in irgendeine Form von Lernen involviert. Mit den wenigen zur Verfügung stehenden Mitteln und sehr wenigem Wissen über die Bedürfnisse von jenen, die nicht an Programmen teilnehmen, ist die Gesellschaft gezwungen die Vorteile der Mittelverwendung zu maximieren. Vorhandene Mittel sollten besser verteilt werden und wir sollten versuchen die Lernbedürfnisse dieser „unsichtbaren“ älteren Menschen zu verstehen. Viele Grundtvig Projekte zeigen, dass ein möglicher Weg, um diese „Unerreichbaren“ zu erreichen, die Befassung mit deren Lebensabschnitten, deren Leistungen und Erfolgen und deren aktuellen und vergangen Lebenskrisen, ist. Um mit diesen Situationen im Leben besser zurecht zu kommen und mögliche Lösungen zu finden, ist ein Zugang zu Lernmöglichkeiten hilfreich. Europa befindet sich derzeit in einer besonderen Lage. Neben der Wirtschaftskrise sind wir mit Menschenbewegungen in und durch Europa, meist als Ergebnis von Konflikten, konfrontiert. Wir benötigen ein besseres Verstehen der Auswirkungen von all diesen Konflikten auf jede/n Einzelne/n. Die Bewertung von vergangen Erfahrungen – und davon gibt es viele – kann uns helfen, besser mit der aktuellen Situation umzugehen. In den letzten 40 Jahren hat Europa große politische und wirtschaftliche Veränderungen gesehen, friedvolle und auch traumatische. Auch im heutigen Europa gibt es geteilte Städte, wie Belfast oder Nicosia. Andere Städte, wie Berlin, konnten wieder erfolgreich zusammengeführt werden. Wenn wir uns mit den älteren Menschen in diesen Städten auseinandersetzen können wir von ihnen lernen. Auf der ForAge Internetseite finden Sie ein interessantes Diskussionspapier zu diesem Thema: „Older People’s Learning from Engagement in Massive Social Conflicts and Collective Actions“, verfasst von Prof. Dusana Findeisen, von der Slowenischen Universität des Dritten Lebensalters und Dr. Anna Grabowska, von PRO-MED sp. an der Technischen Universität in Gdánsk in Polen. Beide sind Mitglieder des Forage Netzwerkes und haben sich damit auseinander gesetzt, wie Menschen aus Konflikten lernen. Das Dokument beinhaltet einen theoretischen Input und praktische Beispiele. Auch werden wichtige Fragen zu diesem Thema diskutiert und Fragen aufgeworfen und die Anwendung von Cybertechnologie angesprochen. Sie sind herzlich eingeladen sich an der Diskussion zu beteiligen! Jim Soulsby jim.soulsby@btinternet.com 12th May 2014

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